Das Hamsterrad fängt ja schon in der Nacht an.
Mehr oder weniger wichtige Gedanken flitzen wie angestochen durch dein Hirn.

An einschlafen ist nicht zu denken, denn denken hält dich davon ab.

Es rumort ständig in deinem Kopf, wie ein Rauschen im Hintergrund.

Was rumort denn da so?

Nicht erledigte „ich muss noch unbedingt daran denken…“ -Aufgaben, „Mist, habe ich gestern komplett vergessen…“ -Dinge oder „bin einfach nicht dazu gekommen…“ -Arbeiten.

Du wälzt dich von einer Seite auf die andere, findest über Stunden keine Ruhe.
Die Krönung ist, wenn du dich darüber ärgerst nicht schlafen zu können, denn dann steigt garantiert dein Blutdruck und den Gedanken an Schlaf kannst du in dem Fall vergessen.
Um das Tor zum Schlaf zu finden muss er sinken, der Blutdruck. Das verhindert aber dein erhöhter Herzschlag, denn du ärgerst dich doch gerade.
So ein Ärger.

Wie gerädert

Wenn dann endlich die Erschöpfung über den Ärger siegt, sinkst du in einen bleiernen Schlaf und bist am nächsten Morgen überhaupt nicht ausgeschlafen und fühlst dich wie gerädert.

Diese Routine kann sich in Zeiten, in denen die berufliche oder persönliche Belastung hoch ist, relativ schnell einschleichen.

Das Ergebnis ist: du kannst weder abschalten noch dich erholen, selbst wenn du einmal die Gelegenheit dazu hättest.

Und es muss nicht immer nur negativ besetzte Stress sein, das wäre zu einfach.
Man ist zwar belastungsfähiger, wenn man Dinge macht, die einen erfreuen. Aber auch hier gibt es Grenzen.

Ist dein Schlaf gestört, kann dein Körper UND dein Geist keine Regeneration erfahren. Deine Reserven müssen angegriffen werden, um das zu leisten was, du von dir verlangst.

Wer kümmert sich um dich?

Und wer passt auf dich auf?
Kennst du die Signale, die dein Körper dir sendet, wenn es genug ist?
Wischt du sie beiseite als nicht so wichtig?

Das kann eine ganze Weile gut gehen, aber irgendwann wehrt sich dein Körper und zwar energisch. Er haut dann auf den Tisch und dann…

…gibt es eine bunte und abwechslungsreiche Auswahl an unschönen Möglichkeiten, die mir in der Praxis immer wieder begegnen:

  • Langwierige, lästige Infekte
  • Migräne-Attacken
  • Hexenschuss
  • unerklärliche Schmerzen aller Art
  • Allergien
  • Darmprobleme
  • Hautprobleme
  • aber auch zunehmende Gereiztheit, Dünnhäutigkeit
  •  Schlaflosigkeit
  • Sogar Angst- oder Panikanfälle kommen vor, wenn die Belastung immer größer wird.

Wann hast du das letzte Mal etwas nur für dich gemacht?

Also nicht verbunden mit irgendetwas Nützlichem oder Produktivem, sonder rein aus purer Freude und Spaß an der Sache.

Wann hast du zum letzten Mal NICHT über deine Aufgaben oder Aufträge nachgedacht und vor allen Dingen:
wie lang war diese Auszeit?

Es kann schon erschreckend sein, wie leicht man sich selbst aufs Abstellgleis bugsiert und als nicht so wichtig empfindet.
Es ist ja so vieles andere so unendlich viel wichtiger als DU selbst.

Dabei meine ich nicht, dass du tagelang nur um dich selbst kreisen sollst.

Aber frage dich ab und zu:
und wo bleibe ich?
was will ich wirklich?

Um diese Fragen zu beantworten braucht man eines: Ruhe und…

…Mut.

Mit und an sich selbst zu arbeiten, ist nicht immer einfach und die Gefahr auf nicht so angenehme Tatsachen zu stoßen ist relativ groß.

Also mach dir doch den Anfang so leicht wie möglich, gönn dir ein warmes Getränk und einen angenehmen, ungestörten Platz um nachzudenken. Das muss nicht unbedingt zu Hause sein.

Schreib die stärksten Belastungen oder Anforderungen auf und sortiere sie nach Wichtigkeit.
Suche noch nicht nach Lösungen, sammel erst einmal.
Dieser Schritt ist der erste und wichtigste, um überhaupt etwas verändern zu können.

Als nächstes mach dir deine Reaktionen auf die Belastungen klar und mach auch davon eine Liste.
Jetzt wirst du schon Muster erkennen können, die du immer wieder durchläufst.
Auch jetzt sind Lösungen noch nicht zu erwarten – hab Geduld.

Rede!

Als Nächstes steht „Kommunikation“ auf dem Plan.
Suche dir jemanden, der dich gut kennt und versteht. Das sollte jemand sein, der dich nicht einfach nur bemitleidet, weil du es ja so schwer hast. Es muss jemand sein, der wirklich konstruktiv mit dir diskutiert und umsetzbare Vorschläge machen kann, die zu DIR passen.

Ob du die Vorschläge annimmst oder nicht ist nicht so wichtig. Denn du hast durch das Nachdenken, Aufschreiben und Diskutieren dein Unterbewusstsein in Gang gesetzt, um einen anderen Blickwinkel zu gewinnen.

Der Fokus

Die Änderung des Fokus ist die Grundlage für alle Lösungen. Mit den vorangegangenen Schritten hast du deinem Gehirn ein Schnippchen geschlagen. Inzwischen hast du bei der Suche nach Lösungen nicht nur deinen Kopf, sondern viele verschiedene Sinne angesprochen.
Du hast nicht „nur“ vor dich hin gedacht, und das auch noch unsortiert und kreuz und quer, sondern du hast vieles formuliert, sortiert und aufgeschrieben.
Du hast darüber gesprochen, dir selbst zugehört und dich mit jemandem darüber auseinander gesetzt.
Du hast andere Betrachtungsweisen und Einschätzungen kennen gelernt und deine Belastungen aus einem neuen Blickwinkel betrachtet.
Vielleicht hat sich deine Einschätzung der Situationen schon geändert. Du bist also auf dem richtigen Weg.

Was jetzt in Gang gesetzt wurde, braucht Zeit um zu greifen. Also verliere nicht die Geduld, es wird sich nicht alles sofort zum Besseren wenden lassen.
Kleinigkeiten erzielen oft bereits im Verborgenen eine große Wirkung.
Denn du hast den Willen, etwas zu verändern. Das ist es was zählt!

Hilfe gegen das Hamsterrad

Es gibt aber Situationen, in denen kommst du alleine nicht weiter.
Dann ist eine professionelle Beratung und Betreuung angesagt.
Da hilft kein guter Freund oder Freundin mehr, wenn du das Problem mit dem Stress wirklich lösen willst.
Was ist der Vorteil den du von der Arbeit mit einem Profi hast?
Ein Gespräch mit jemanden, der nicht emotional mit dir verbunden ist und dir neutral gegenüber steht, ist sehr erleichternd.
Er hat keine Erwartungen an dich und weiß wie man mit Menschen in deiner Situation umgehen sollte.
Dein Weg aus der Krise und Überlastung ist zielgerichtet, also ohne langwierige Umwege.
Die drei Eigenschaften, die dir helfen werden, findest du hier: My-Trail.
In den Sitzungen lernst du Belastungen zu erkennen, Hamsterrädern aus dem Weg zu gehen, wieder erholsam zu schlafen und das Wort Burnout hat keinerlei Bedeutung mehr für dich.

Bleib nicht schlaflos

Noch ein paar Tipps um Ruhe zu finden:
Schreibe unerledigte Pflichten vor dem Schlafen gehen auf, dann kannst du sie am nächsten Tag bearbeiten.

Lese etwas Schönes noch im Bett, damit dein Herzschlag und Blutdruck sinken.

Sollte dir in der Einschlafphase noch etwas einfallen, was ganz, ganz wichtig ist…mach das Licht an und schreib es auf. So kannst du es besser loslassen.

Da man nicht aufhören kann zu denken, solltest du dir etwas alltägliches aussuchen. Etwas was du völlig routiniert jeden Tag machst (z.B. was du machst bis du aus dem Haus gehst). Mit anderen Worten: etwas völlig Langweiliges. Und diese Tätigkeit stellst du dir in jedem Detail vor. Konzentrier dich genau darauf, lass dich nicht von anderen Gedanken ablenken. Die bringen dich sonst wieder um deinen Schlaf.
Also lass das nicht zu.
Hier findest du eine genaue Anleitung, wie man das macht : Sweet Dreams!

Ritualisiere dein zu-Bett-gehen eine Zeit lang. Es hilft dir zu der Erholung zu kommen, die du brauchst. Einschlafen oder durchschlafen kann so wieder selbstverständlich werden.

„Sich um sich kümmern“ heißt auch dafür zu sorgen, ausreichend und gut zu schlafen.

Sei gut zu dir und kümmer dich.

Welche Erfahrungen hast du mit der Bewältigung von Stress gemacht?
Teile es doch in den Kommentaren mit uns.

Werde stark, bleibe stark!

Sabine

PS: Hilfe aus dem Hamsterrad auszusteigen gibt es hier.